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"Ein Team, bei dem der Spaß im Vordergrund steht" antwortet Maik B. lächenld auf die Frage, worauf es ihm diese Saison in der Bundesliga ankommt. Ein Lächeln das verstohlen, aber gleichzeitig auch überzeugend wirkt.
"Jedoch sollten wir das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren" fügt Thomas M. kritisch hinzu und nippt ein weiteres mal an seinem Kaffee. "Wir wissen selbst, dass es nicht alles Gold ist was glänzt, wir kennen unsere Stärken und versuchen kontinuierlich unsere Schwächen zu beseitigen."
Das Saisonziel, so sind sich beide einig, ist der Klassenerhalt, alles andere wäre noch reine "Utopie". "Wir sind noch ganz am Anfang, viele der Teams verfügen über mehr Erfahrung und Spielstärke - damit müssen wir uns leider abfinden" fährt
Maik B., besser bekannt unter dem Namen "sLeepY" fort.

Der 21 jährige Berliner ist in der Go-Kart Szene längst kein unbeschriebenes Blatt mehr,
schon 1998 feierte er mit dem Gewinn der Indor 250cc Meisterschaft seinen ersten Titel -
Im zarten alter von gerade mal 7 Jahren. Heuzutage gilt er als einer der heisesten Anwärter
auf die kommende Saison der Formel 3000, wenn da nicht noch ein Faktor im Spiel wäre - sein Privatleben.
"Ja, da ist einiges, auf gut deutsch gesagt, ziemlich scheisse gelaufen", so sagt er
und fährt dann selbstkritisch fort "Ich hätte mich auf manche Dinge nicht einlassen
sollen, hab den falschen Leuten vetraut, Fehler halt, die ich heute nicht mehr begehen
würde". Fehler - damit meint er die diversen Drogenexzesse, den Alkohol und ein
uneheliches Kind. "Was zählt ist die Zukunft, nicht meine Vergangenheit." Man sieht seinem
Blick an, dass ihn diese Vergangenheit quält, ihn nicht loslassen will. Er will so schnell es geht
das Thema wechseln, endgültig mit der Zeit abschließen, die ihm mehr als nur seinen
Ruf als Vorbild gekostet hat. Experten schätzen, dass Maik B. insgesamt 9 Millionen Euro
für geplatzte Werbeverträge entgingen.

Bei seinem Freund Thomas sieht es um einiges rosiger aus. Elitärer Schulabschluss auf
einer der angesehendsden Schulen Deutschlands, dem Erich Schnabler Gymnasium auf Sylt,
karritative Arbeit bei sieben Organisationen weltweit. "Und eine wunderschöne Ehe", ergänzt
Thommy, wie ihn seine Freunde nennen, schumnzelnd. "Ich hatte es im Leben immer leicht,
Cora, meine Ehefrau, war immer da, wenn ich sie gebraucht habe". Ob sich diese Unterstützung
auch auf die kommende Saison auswirkt, wollen wir wissen. Maik reist das Wort an sich
"Mal sehen, Cora ist ein Tausendsassa". Beide lachen. "Da habe ich nichts
hinzuzufügen" lächelt Thomas. Man ist sich einig, gemeinsam kann es schaffen, ein gutes
Bild abzugeben.

Die Sonne beginnt unterzugehen an diesem warmen Herbstabend im Cafe Royal in Frankfurt.
"Ich bin müde, lasst uns gehen" ist das letzte, was Maik sagt bevor wir uns verabschieden.
Es ist ein herzlicher Abschied, jedoch einer auf unbestimmte Zeit. Als wir das Cafe verlassen
ertönt ein altes deutsches Lied aus den Lautsprechern. "Musik, so sagt man, ist der Schlüssel zum weibleichen Herzen" - wie wahr, denke ich mir und gehe meines Weges.