Der Untergang der Schwarzen Garde Am 17. Februar brach das Heer auf. Der Historiker Walther Lammers hat in einer Studie zur Schlacht bei Hemmingstedt ausgerechnet, dass das Heer der Angreifer beim Marsch eine Länge von \"ca. 9,65km\" gehabt haben muss. In jedem Fall muss man davon ausgehen, dass ein Großteil des Heeres noch in Meldorf war, als die Schwarze Garde die Schanze erreicht hatte und die Schlacht begann. Die etwa 6000 Dithmarscher legten die Helme ab und zogen Harnische und Stiefel aus. Das taten sie vor allem, um auf dem durchnässten, matschigen Boden besser kämpfen zu können ohne dabei von zusätzlichem Gewicht behindert zu werden. Zunächst versuchten sie, Ausfälle gegen die Garde zu machen und deren geringe Artillerie umzustürzen. Dabei benutzten sie ihre Spieße zum Klotstockspringen. So blieben sie auch bei auflaufendem Wasser beweglich und konnten die immobilisierten Truppen des dänischen Königs weiter angreifen und an der Flucht hindern. In Anbetracht der Zuglänge und des aufgeschwemmten Zustandes der Straße konnten sie dennoch nur schwer an die Geschütze der Artillerieabteilug hinter der Reiterei herankommen. Unter großen Verlusten gegen die Spieße der Söldner gelang jedoch schließlich dieses Vorhaben. Die Garde reagierte darauf mit einem raschen Angriff auf die Schanze mit dem Ziel einer Umfassung derselben. Diese erfolglose Aktion übernahm die Gruppe Slentz, die dabei stark dezimiert wurde: Neben einigen der Hauptleuten und den beiden fürstlichen Kommissaren Krummendiek und Erichss fiel auch der Herr der Garde, Thomas Slentz. Er ist der einzige der Schwarzen Garde, der später in den Volksliedern der Dithmarscher einen guten Namen behielt und teilweise aufgrund der geschilderten Tapferkeit die Züge eines tragischen Helden bekam. Danach machten die Dithmarscher einen Gegenangriff auf die Schwarze Garde und rieben diese auf. Die Reste der Garde flohen in die einzige Richtung, die ihnen blieb: nach hinten. Nicht besser erging es der Landwehr. Die vom Sieg trunkenen Bauern griffen weiter an und richteten hohe Verluste unter der Landwehr an. Wer noch nicht zurückgewichen war, wurde erschlagen oder ertrank. Die Reiterei versuchte zunächst das fliehende Fussvolk aufzuhalten. Als jedoch klar war, dass niemand ihren Weisungen folge leistete entschloss man sich selbst in den Kampf einzugreifen. Die Ditmarschen jedoch griffen gezielt die Pferde an und hemmten so die Beweglichkeit der Reiterei. Anschließend war es ein leichtes, mit den verbleibenden Kräften der Reiter fertigzuwerden. Die gesamte Reiterei sank unrühmlich im Graben zugrunde. Die Sieger kannten kein Pardon: Sie töteten jeden Feind, plünderten die Leichen und verstümmelten diese sogar. Fast alle Adelsfamilien Schleswig-Holsteins, die mit dem dänischen König kämpften, verloren Familienmitglieder. Während die Dithmarscher die Fußsoldaten bald darauf bestatteten, ließen sie die Adeligen unbegraben zurück. Erst nach langen Verhandlungen gewährten sie das Begräbnis. Den früheren Wahlspruch der Schwarzen Garde, „Wahr Di, Buer, de Gaar de kummt“, wandelten die Dithmarscher in „Wahr di, Garr, de Buer de kummt“ um. Die genaue Zahl der toten unter den Invasoren ist nicht bekannt, muss aber erschreckend hoch gewesen sein. Denn laut den Quellen konnte jeder der wenigen Überlebenden froh sein, überlebt zu haben. Es dauerte 85 Jahre, bevor wieder jemand versuchte, Dithmarschen zu erobern |