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Im Jahre 1022 wurde Stendal als Besitzung des Michaelisklosters im Bistum Hildesheim erstmals als Dorf Steinedal genannt. Der Brandenburger Markgraf Albrecht der Bär verlieh dem Ort 1160 das Marktrecht nach Magdeburger Stadtrecht. Im 12. Jahrhundert wurde die Pfarre St. Jacobi gegründet. Mit dem Bau eines Franziskanerklosters am Mönchskirchhof begann man 1230. Im 13. Jahrhundert wurde die Stendaler Seefahrergilde gebildet, sie betrieb mit eigenen Schiffen Handel im Ost- und Nordseeraum. Die älteste urkundliche Erwähnung der Kaufmannskirche St. Marien stammt aus dem Jahr 1283. Um 1300 erhielt Stendal Stadtmauern, zur gleichen Zeit wurde auch das Tangermünder Tor errichtet. Der feldsteinerne Unterbau ist als Fundament eines neueren Toraufbaus noch heute erhalten. Im Jahr 1338 wurde eine Lateinschule in der Brüderstraße, aus der später das Gymnasium hervorging, errichtet. (Johann Joachim Winckelmann besuchte diese Schule von 1726–1736.)

Ein erster Beleg für die Zugehörigkeit Stendals zur Hanse stammt aus dem Jahr 1350. Im 14. Jahrhundert wurde das Refektorium am Mönchskirchhof erbaut, das heute die Stadtbibliothek beherbergt. 1423 wurde mit dem Bau des Stendaler Doms begonnen. 1440 wurde das Uenglinger Tor erbaut. Im 15. Jahrhundert erfolgte die Errichtung des Rathauses in verschiedenen Zeitetappen mit Gewandhaus Corps und Seitenflügel. Das St. Katharinenkloster (Stiftung des Kurfürsten Friedrich II. für Augustinerinnen, heute Altmärkisches Museum und Musikforum) wurde 1456 erbaut. 1462 wurde im Rathausfestsaal der Stadt Stendal die heute noch erhaltene Schnitzwand fertig gestellt.
Ab 1488 arbeitete Joachim Westfal, erster Buchdrucker der Mark Brandenburg, in Stendal. Im selben Jahr wurde eine Auflehnung Stendaler Bürger gegen die Biersteuer verzeichnet. Im Jahr 1518 trat Stendal gemeinsam mit Berlin, Brandenburg, Frankfurt (Oder) und Salzwedel aus der Hanse aus. Der Stendaler Roland wurde 1525 aufgestellt. 1539 erfolgte die offizielle Einführung der lutherischen Lehre in der Altmark; Luthers Schüler und Mitarbeiter Konrad Cordatus war ab 1540 erster lutherischer Superintendent am Ort.

1640 wurde Stendal Garnisonsstadt. Bis Ende 1994, als die russischen Truppen abzogen, blieb dies auch so. Im Jahre 1682 starben 1.205 Menschen (darunter 537 Kinder) in Stendal an der Pest. Johann Joachim Winckelmann wurde 1717 in Stendal geboren. Von 1771 bis 1830 erfolgte der teilweise Abbruch der Stadtbefestigungen, der Wendenturm, der Torturm, das Arneburger Tor und das Viehtor wurden abgerissen.

Die Bahnstrecke Magdeburg–Stendal–Wittenberge wurde 1849 eröffnet. Mit dem Bau des Stendaler Hauptbahnhofs wurde 1869 begonnen. 1871 wurde er fertig gestellt. Zwei Jahre später wurde die Eisenbahnhauptwerkstatt (später das RAW Stendal, heute Werk Stendal der Fa. Alstom) errichtet. Das Altmärkische Museum wurde im Jahre 1888 gegründet. 1906 wurde zu Ehren des Ehrenbürgers Dr. Haacke ein Laufbrunnen auf dem Sperlingsberg errichtet. Die Stendaler Pferdebahn stellte 1926 nach 34 Jahren ihren Betrieb ein. 1936 wurde auf dem Flugplatz Stendal-Borstel die erste deutsche Fallschirmjägertruppe gegründet (ihr vielleicht bekanntestes Mitglied war Max Schmeling). Die Stadt geriet im Zweiten Weltkrieg, hauptsächlich aufgrund der dort stationierten Truppenteile der Wehrmacht, zunehmend in den Fokus alliierter Bombenangriffe. Stendal und die dort auf dem Fliegerhorst Stendal-Borstel stationierten Jagdgeschwader (u. a. das Nachtjagdgeschwader 301 „Wilde Sau“) lagen direkt in der Einflugschneise der Bomberverbände, die Berlin als Angriffsziel zugewiesen bekommen hatten. Im Frühjahr 1945 kamen bei einem Bombenangriff auf den Stadtteil Röxe 300 Menschen ums Leben.