Charon   id:  1174112
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Er ist der greise Fährmann, der mit seinem Nachen die Toten über die drei Grenzflüsse zum Totenreich des Hades, Acheron, Kokytos und Styx, schifft.

Der Botengott Hermes bringt ihm die Toten als deren Schatten, sofern diese in der irdischen Welt ordnungsgemäß bestattet worden sind.

Charon verlangt von seinen Passagieren einen Lohn für seine Fährdienste. Damit diese nicht wegen Mittellosigkeit auf ewig zwischen Ober- und Unterwelt umherirrten, legte man den Verstorbenen eine Münze unter die Zunge. Üblich war als Fährgeld eine Obule (daher: Obulus; eine Obule entspricht etwa einem Groschen).

Einmal hatte Charon den Herakles unentgeltlich befördert. Für diesen Verstoß legte ihn der Hades ein Jahr in Ketten.

Der römische Dichter Vergil beschrieb Charon als alten Mann mit glühenden Augen und schlohweißem Haar (Aeneis 6.298 - 315).

Einen Fährmann, der über Gewässer der Unterwelt setzte, kennt bereits das uralte mesopotamische Gilgamesch-Epos. Hier heißt er Urschanabi (Gilgamesch-Epos, Zehnte Tafel).

Charon heißt auch der Mond des Planeten Pluto.